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der jahrzentelange Stillstand in der Bildungspolitik zugunsten einer raschen Umsetzung eines zukunftsorientierten inklusiven Bildungssystems beendet werden muss.
Mag. Lucie Bauer
02. Aug. 2011  |   Presseaussendung

Ende mit der Fleckerlteppichpolitik - Österreicher müssen über Volksbegehren umfassende und rasche Bildungsreformen einfordern

Volksbegehren Bildungsinitiative startet mit Sockel von ca. 52.000 Unterschriften


"Wir gehen in diese acht Eintragungstage für das "Volksbegehren Bildungsinitiative" mit einem guten Sockel von ca. 52.000 Unterschriften", kommentiert Initiator Hannes Androsch die gestern von der Innenministerin festgelegte Eintragungswoche Donnerstag, 3. - Donnerstag, 10. November 2011. "Die österreichische Bevölkerung hat über das Bildungsvolksbegehren die Chance, den politischen Entscheidungsträgern klar zu machen, dass es mit der Fleckerlteppichpolitik im Bildungssystem vorbei sein muss, sondern dass eine umfassende Änderung des Bildungssystems angegangen werden muss. Und zwar nicht morgen oder übermorgen, sondern sofort und mit Riesenschritten", so Androsch.

"Ein besseres Datum für die offizielle Verlautbarung der Eintragungswoche für das "Volksbegehren Bildungsinitiative" hätte sich nicht finden lassen", merkt Mitinitiator Bernd Schilcher an. "Fast täglich sind wir mit Nachrichten konfrontiert, die die Dringlichkeit des Volksbegehrens unterstreichen: Allein während der Sommerferien müssen Österreichs Eltern rund 37 Mio. Euro für Nachhilfestunden aufbringen, 127 Mio. Euro werden es übers Jahr sein. Im Schnitt sind das 678 Euro zusätzliche Belastung der elterlichen Brieftasche. Das können sich nicht alle Eltern leisten. Rund 70.000 Schülerinnen und Schüler, die Nachhilfe benötigen, werden keine erhalten können.

In Vorarlberg schlägt die Polizei Alarm: Von 200 "bodenständigen" Bewerbern sind 178 durchgefallen. Die Polizei wandte sich an die Volkshochschule mit dem Ersuchen, den Bewerbern eine bessere Vorschulung angedeihen zu lassen. Auch die Wirtschaft klagt: Von 62 Bewerbern für eine Lehrstelle kamen nur zwei in Frage. Die unterschiedlichsten Bildungsexperten und -expertinnen fordern ernsthafte Auswahlkriterien bei der Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern. "Einmal mehr zeigt die laufende Diskussion rund um die notwendige Qualifikation für PädagogInnen die Dringlichkeit einer umfassenden Änderung unseres Bildungssystems auf. Nur die Bestgeeigneten sollen diesen für die Entwicklung und damit für die Zukunft unserer Kinder so wertvollen Beruf ausüben dürfen", so Schilcher. 

In Umfragen beklagt die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bevölkerung den Zustand und die geringe Bewegung in Bildungsfragen. 52.000 unterstützende Unterschriften, nahezu das Siebenfache der gesetzlich verlangten, sind eine starke Ausgangsbasis für nachhaltige Veränderungen. Die Eintragungswoche bietet die große Chance, Österreich endlich auch im Bildungsbereich auf die Siegerstraße zu bringen. "Es geht ja schlussendlich um nicht mehr und nicht weniger als um die Zukunft unserer Kinder", bringt Hannes Androsch das Anliegen des Volksbegehrens auf den Punkt. "Wir können und wir dürfen es nicht mehr länger zulassen, dass wir die Talente vieler junger Menschen nicht fördern und nicht fordern". 

Das "Volksbegehren Bildungsinitiative" ist ein überparteilicher Zusammenschluss und fordert eine umfassende Bildungsreform des gesamten Bildungsbogens vom Kindergarten, der Vor- und Volksschule über die höheren Schulen bis zu den Fachhochschulen und Universitäten und hin zur Erwachsenenbildung. Ein modernes, unbürokratisches und weitgehend autonomes Schulsystem unter Einbeziehung der SchulpartnerInnen und ohne Parteieneinfluss gehört da genauso dazu wie die Aufwertung des LehrerInnenberufs. Ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem muss nach den Forderungen des Bildungsvolksbegehrens schließlich größtmögliche Chancengleichheit für alle eröffnen. 

Die bis Ende Juni gesammelten 52.000 Unterschriften der Unterstützungserklärungen gelten bereits für das Gesamtergebnis des Bildungsvolksbegehrens. Mindestens 100.000 Unterschriften sind notwendig, damit das Volksbegehren im Nationalrat behandelt wird. 

Rückfragehinweis: 

~ Volksbegehren Bildungsinitiative (VBBI) Ingrid Vogl, Gesamtkoordination Tel.: 01/3100740-0 Mobil: +43 664 6231053 ingrid.vogl@vbbi.at http://www.vbbi.at/ ~